Local SEO für Handwerker: Unternehmensprofil und Einsatzgebiet

Veröffentlicht: · Lucas Kleipoedszus

Handwerksbetriebe, die zum Kunden fahren, richten ihr Google-Unternehmensprofil als Unternehmen mit Einzugsgebiet ein: Adresse ausblenden, wenn dort keine Kunden empfangen werden, bis zu 20 tatsächlich bediente Orte oder PLZ-Gebiete angeben, wenige passende Kategorien wählen und überall dieselben Kontaktdaten verwenden. Die Website ergänzt das Profil mit konkreten Leistungen und echten Projekten aus der Region.

Schema für Local SEO im Handwerk: Profiltyp, Einzugsgebiet, Kategorien und Referenzen

Eigene Grafik. Die abgebildeten Schritte erklären den Ablauf und stellen keine echten Profile oder Messwerte dar.

Wie entscheidet Google, welche Handwerker lokal angezeigt werden?

Google nennt für lokale Ergebnisse drei Hauptfaktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit.

FaktorWas Google laut eigener Hilfe meintWas der Betrieb beeinflussen kann
RelevanzWie gut ein Profil zur Suche passtVollständige Angaben, passende Kategorien, klare Leistungen
EntfernungWie weit der Betrieb vom Suchenden entfernt istKaum, der Standort steht fest
BekanntheitWie bekannt ein Unternehmen ist, etwa über Links und RezensionenGute Arbeit, echte Bewertungen, Erwähnungen in der Region

Laut derselben Seite lässt sich ein besseres lokales Ranking nicht einfordern, auch nicht gegen Bezahlung. Wer Ihnen eine bestimmte Position im Kartenbereich verspricht, kann das nicht zusagen.

Was Google auf dieser Seite selbst empfiehlt, ist unspektakulär: vollständige und korrekte Angaben, ein bestätigtes Profil, aktuelle Öffnungszeiten, Antworten auf Rezensionen und Fotos, die das Angebot zeigen. Für einen SHK- oder Elektrobetrieb heißt das vor allem, Telefonnummer, Website, Erreichbarkeit und Einsatzgebiet aktuell zu halten und regelmäßig Bilder echter Arbeiten zu ergänzen.

Muss ein Handwerksbetrieb seine Adresse im Google-Profil anzeigen?

Das hängt davon ab, ob Kunden zu Ihnen kommen. Google unterscheidet in seinen Richtlinien zur Darstellung von Unternehmen und der Hilfe zum Einzugsgebiet zwei Fälle, die für das Handwerk passen:

SituationEinrichtung laut Google
Sie fahren nur zu Kunden, niemand kommt in den BetriebUnternehmen mit Einzugsgebiet, Adresse aus dem Profil entfernen
Betrieb arbeitet von der Privatwohnung ausAdresse entfernen, Einzugsgebiet angeben
Ausstellung, Laden oder Büro mit Personal zu den Öffnungszeiten, zusätzlich Einsätze vor OrtHybrides Unternehmen: Adresse, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet
Nur Postanschrift oder virtuelles Büro ohne PersonalAkzeptiert Google nicht als Standort

Google erlaubt außerdem nur ein Profil pro Unternehmen. Eigene Profile für weitere Orte sind nur bei echten Niederlassungen mit eigenem Personal vorgesehen.

Wie legen Sie das Einsatzgebiet im Google-Unternehmensprofil fest?

Das Einzugsgebiet bearbeiten Sie im Profil unter „Profil bearbeiten“, „Standort“ und dann „Einzugsgebiet“. Google nennt dafür in der Hilfe zum Einzugsgebiet diese Regeln:

  • Maximal 20 Einzugsgebiete, etwa Städte, Postleitzahlen oder andere Gebiete.
  • Ein Radius um den Betrieb lässt sich nicht angeben.
  • Das Gebiet sollte nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt sein.
  • Änderungen können bis zu 48 Stunden brauchen, bis sie sichtbar sind.

Tragen Sie nur Orte ein, in denen Sie tatsächlich Aufträge annehmen. Ein Elektrobetrieb, der Neubauten im Umkreis von 50 Kilometern ausführt, Kundendienst aber nur in drei Nachbarorten anbietet, sollte das auf der Website erklären. Das Profil kann diese Feinheit nicht abbilden.

Welche Kategorien und welcher Name sind im Google-Profil erlaubt?

Für Kategorien empfiehlt Google in den Richtlinien, so wenige wie möglich zu wählen, und zwar die, die das Kerngeschäft beschreiben. Als Prüffrage dient „Dieses Unternehmen IST ein …“, nicht „Dieses Unternehmen HAT …“. Ein SHK-Betrieb, der auch Wärmepumpen installiert, ist meist ein Sanitär- oder Heizungsbetrieb. Ob zusätzlich eine Kategorie für Wärmepumpen passt, hängt davon ab, welche Kategorien Google anbietet und was den Betrieb tatsächlich ausmacht. Kategorien sind laut Google nicht als Keywords gedacht.

Beim Namen ist Google streng: Erlaubt ist der Name, unter dem der Betrieb auch auf Schild, Briefpapier und Website auftritt. Zusätze wie Ortsnamen oder Leistungen sind nicht erlaubt. „Muster Haustechnik“ ist zulässig, „Muster Haustechnik Heizung Sanitär Notdienst Rastatt“ nicht, solange der Betrieb nicht tatsächlich so heißt. Beide Namen sind hier frei erfunden.

Warum müssen Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich sein?

Google verlangt in den Richtlinien einen einheitlichen Namen, die korrekte Anschrift beziehungsweise das genaue Einzugsgebiet und eine Telefonnummer, die direkt zum Betrieb führt. Weiterleitungen und Callcenter-Nummern rät Google ab. Für Kunden ist das ebenso wichtig: Wer im Profil eine andere Nummer findet als auf der Website, ruft womöglich ins Leere an.

Prüfen Sie diese Stellen regelmäßig:

WoWas gleich sein sollte
Google-UnternehmensprofilName, Telefonnummer, Website, Einzugsgebiet
Eigene Website mit ImpressumName, Anschrift, Telefonnummer
Branchenverzeichnisse und HandwerkskammerName, Anschrift, Telefonnummer
Fahrzeugbeschriftung, Briefpapier, AngeboteName und Telefonnummer

Die Einstellung betrifft nur die Darstellung bei Google. Impressum und Kontaktseite Ihrer Website ändern sich dadurch nicht.

Warum helfen eigene Seiten für jeden Ort nicht weiter?

Viele Betriebe bekommen den Rat, für jeden Ort im Einsatzgebiet eine eigene Seite anzulegen. Sind diese Seiten bis auf den Ortsnamen gleich, fallen sie unter das, was Google in seinen Spamrichtlinien als Brückenseiten beschreibt. Ausdrücklich genannt werden dort mehrere Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer zum selben Ziel führen. Außerdem ändert ein Ortsname nichts an der Entfernung, einem der drei Faktoren.

Was stattdessen hilft, beschreibt der Abschnitt Einsatzgebiet statt künstlicher Ortsseiten im Grundlagenartikel: eine Seite mit den tatsächlich bedienten Orten und PLZ-Gebieten und freigegebene Projektbeschreibungen mit Aufgabe, Ort auf allgemeinem Niveau, Ausführung und Bild. Eine Referenz wie „Badsanierung in einem Reihenhaus in Gaggenau, Arbeiten in bewohntem Zustand“ zeigt Kunden, dass der Betrieb dort wirklich arbeitet. Veröffentlichen Sie solche Beschreibungen nur mit Einwilligung des Kunden und ohne genaue Adresse.

Im handwerkweb-Paket gibt es dafür eine eigene Seite für das Einsatzgebiet mit Orten und PLZ-Gebieten sowie Referenzen mit Projektfotos. Projektanfragen aus PLZ-Gebieten außerhalb des hinterlegten Einsatzgebiets werden in der E-Mail markiert. Das Google-Unternehmensprofil ist ein eigenes Konto bei Google, das der Betrieb selbst verwaltet.

Checkliste: Unternehmensprofil und Einsatzgebiet

  • Profil bestätigt, Name exakt wie auf Schild und Website, ohne Ortsnamen oder Leistungen
  • Adresse ausgeblendet, wenn keine Kunden in den Betrieb kommen
  • Bis zu 20 tatsächlich bediente Orte oder PLZ-Gebiete eingetragen, innerhalb von etwa zwei Autostunden
  • Wenige Kategorien, die das Kerngeschäft beschreiben
  • Telefonnummer, Website und Öffnungszeiten aktuell
  • Name, Anschrift und Telefonnummer in Profil, Website, Impressum und Verzeichnissen identisch
  • Website mit Einsatzgebietsseite und echten Referenzen statt kopierter Ortsseiten
  • Bewertungen von allen Kunden auf die gleiche Weise erbeten, siehe Google-Bewertungen für Handwerker

Wer über das Profil auch Bewerber erreichen will, findet Hinweise im Artikel zur Karriereseite für Handwerksbetriebe.

Nächster Schritt: Handwerker-Website und Konditionen ansehen oder den Umfang eines individuellen Projekts besprechen.