Karriereseite für Handwerksbetriebe: Fachkräfte und Azubis gewinnen
Eine gute Karriereseite beantwortet die Fragen, die Bewerber sonst am Telefon stellen würden, und lässt sich in wenigen Minuten vom Smartphone aus nutzen: konkrete Stellen, Arbeitsort, Arbeitszeiten, Ansprechpartner und ein kurzes Bewerbungsformular. Für SHK- und Elektrobetriebe ist sie oft der Ort, an dem Interessierte aus der Region nach einer Empfehlung oder einer Anzeige nachsehen, ob der Betrieb zu ihnen passt.
Eigene Grafik. Die abgebildeten Schritte erklären den Aufbau und stellen keine echten Stellen oder Bewerbungen dar.
Was wollen Bewerber auf der Karriereseite eines Handwerksbetriebs wissen?
Fachkräfte vergleichen Betriebe meist nach praktischen Punkten. Azubis und ihre Eltern haben teilweise andere Fragen. Beides lässt sich auf einer Seite beantworten, wenn jede Stelle eine eigene, klar gegliederte Beschreibung bekommt.
| Frage | Was auf die Seite gehört |
|---|---|
| Welche Arbeit erwartet mich? | Typische Aufträge, etwa Wärmepumpen, Badsanierung, Zählerschränke oder Wallboxen |
| Wo arbeite ich? | Betriebssitz, übliches Einsatzgebiet, Fahrzeiten |
| Wann arbeite ich? | Arbeitszeitmodell, Bereitschaft oder Notdienst, falls vorhanden |
| Womit arbeite ich? | Firmenfahrzeug, Werkzeug, Arbeitskleidung, nur wenn tatsächlich vorhanden |
| Was verdiene ich? | Gehaltsrahmen oder Tarifbindung, wenn der Betrieb das nennen möchte |
| Was gilt für die Ausbildung? | Genaue Berufsbezeichnung, Ausbildungsbeginn, Berufsschule, Praktikum möglich? |
| Wer ist mein Ansprechpartner? | Name, Rolle und Telefonnummer der zuständigen Person |
Nennen Sie Ausbildungsberufe mit ihrer offiziellen Bezeichnung, zum Beispiel „Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ oder „Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik“. Das sind die Begriffe, nach denen Schulabgänger und Eltern suchen.
Fotos vom echten Team und aus dem Betrieb wirken glaubwürdiger als Bilder aus einer Fotodatenbank. Mitarbeitende sollten der Veröffentlichung zustimmen.
Wie formulieren Sie eine Stellenanzeige, die alle anspricht?
Eine gute Anzeige beschreibt die Arbeit und lässt offen, wer sie macht. Das erweitert den Kreis der Bewerber und vermeidet Formulierungen, die Menschen ausschließen.
- Die Stellenbezeichnung richtet sich an alle Geschlechter. Verbreitet ist der Zusatz „(m/w/d)“, etwa „Elektroniker (m/w/d)“.
- Beschreiben Sie das Team über die Arbeit, etwa „eingespieltes Team mit eigenen Kundendienstfahrzeugen“, statt über Alter oder Herkunft der Mitarbeitenden.
- Leiten Sie Anforderungen aus der Tätigkeit ab. „Führerschein Klasse B“ ist bei Kundendienstfahrten nachvollziehbar. Geht es um Verständigung mit Kunden, beschreiben Sie, welche Sprachkenntnisse die Arbeit verlangt.
- Fragen Sie im Formular weder Foto noch Geburtsdatum oder Familienstand als Pflichtangabe ab.
Ob ein Anzeigentext arbeitsrechtlich in Ordnung ist, klären Sie im Zweifel mit Ihrer Handwerkskammer, Innung oder Rechtsberatung.
Warum reicht eine Kurzbewerbung für den ersten Kontakt?
Viele Fachkräfte im Handwerk haben keinen aktuellen Lebenslauf griffbereit, schon gar nicht auf dem Smartphone. Ein langes Formular mit Pflicht-Upload bricht dann ab, bevor der Betrieb überhaupt von der Person erfährt. Eine Kurzbewerbung senkt diese Hürde.
Im handwerkweb-Paket fragt die Kurzbewerbung als Pflichtangaben nur Stelle, Name, Telefonnummer und Berufserfahrung ab. E-Mail-Adresse, eine Nachricht und ein Lebenslauf als PDF oder Foto sind optional, dazu kommt die Frage nach dem Führerschein. Die Bewerbung geht per E-Mail an die Adresse, die der Betrieb festlegt. Den Rest klärt ein Telefonat oder ein Kennenlerntermin.
Was im Formular nicht abgefragt wird, muss auch nicht geschützt, gespeichert und gelöscht werden.
Wie halten Sie Stellenanzeigen aktuell?
Eine Stelle, die seit Monaten besetzt ist, aber noch online steht, kostet Vertrauen. Bewerber investieren Zeit und erhalten im ungünstigen Fall keine Antwort. Legen Sie deshalb fest, wer im Betrieb eine Stelle meldet, sobald sie besetzt ist, und wer die Website prüft.
| Situation | Was zu tun ist |
|---|---|
| Stelle besetzt | Anzeige sofort deaktivieren oder entfernen |
| Bewerbungsfrist bekannt | Enddatum in der Anzeige nennen |
| Ausbildungsplatz für das nächste Jahr | Ausbildungsbeginn angeben und nach Vergabe deaktivieren |
| Initiativbewerbungen erwünscht | Allgemeinen Hinweis zeigen, keine Scheinstelle anlegen |
Bei handwerkweb hat jede Stelle einen Aktiv-Schalter. Inaktive Stellen verschwinden von der Karriereseite und aus der Bewerbungsauswahl. Eine Deaktivierung zählt zu den kleineren Änderungen, die Sie über Ihren Änderungs-Link beauftragen.
Wer kümmert sich im Betrieb um Bewerberdaten?
Bewerbungen enthalten persönliche Daten, manchmal auch Zeugnisse oder Angaben zur Gesundheit. Die datenschutzrechtliche Seite klären Sie mit Ihrer Datenschutzberatung. Organisatorisch sollten vor dem Start diese Punkte feststehen:
- Datenschutzerklärung: Die Verantwortlichen haben geprüft, ob sie das Bewerbungsformular abdeckt.
- Empfänger: Bewerbungen sollten nur Personen lesen, die über Einstellungen entscheiden. Kommen sie im selben Postfach an wie Kundenanfragen, kann eine Regel sie anhand des Betreffs in einen eigenen Ordner verschieben, auf den nur die Zuständigen zugreifen.
- Aufbewahrung: Wie lange Unterlagen abgelehnter Bewerber aufbewahrt werden, legen Sie mit Ihrer Datenschutzberatung fest. Tragen Sie die Frist als wiederkehrende Aufgabe in den Kalender ein.
- Talentpool: Wer Unterlagen länger behalten möchte, um später auf jemanden zuzukommen, klärt die Voraussetzungen vorher mit der Datenschutzberatung.
handwerkweb leitet Bewerbungen per E-Mail weiter und speichert die Einsendungen nicht. Das Paket enthält keine Bewerberverwaltung. Die Ablage im eigenen Postfach und das Löschen bleiben Aufgabe des Betriebs. Den Entwurf der Datenschutzerklärung prüfen die Verantwortlichen des Betriebs vor dem Start.
Lohnt sich Google for Jobs für Handwerksbetriebe?
Google kann Stellenanzeigen in einer eigenen Jobsuche anzeigen, wenn die Seite mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting ausgezeichnet ist. Deutschland gehört laut Google Search Central zu den Ländern, in denen die Jobsuche verfügbar ist. Ein Anspruch auf Anzeige besteht nicht.
Die wichtigsten Anforderungen aus der Dokumentation:
- Pflichtangaben sind Titel, Beschreibung, Veröffentlichungsdatum, Arbeitgeber und Arbeitsort.
- Die Auszeichnung gehört auf die Seite einer einzelnen Stelle, nicht auf eine Übersicht mehrerer Stellen.
- Die Stelle muss tatsächlich offen sein. Abgelaufene Anzeigen akzeptiert Google nicht. Google nennt drei Wege: Enddatum (
validThrough) in der Vergangenheit, Seite entfernen oder Auszeichnung entfernen. - Bewerber dürfen nicht zahlen müssen und müssen die Anzeige ohne Anmeldung lesen können.
handwerkweb erzeugt für jede aktive Stelle eine eigene Seite mit JobPosting-Auszeichnung. Ein Enddatum kann hinterlegt werden. Wird eine Stelle deaktiviert, entfallen Seite und Auszeichnung. Ob und wo Google die Anzeige zeigt, entscheidet Google. Stellenportale Dritter sind nicht enthalten.
Warum gehören Bewerbungen und Kundenanfragen getrennt?
Eine Bewerberin sucht etwas anderes als ein Kunde, der eine Heizung tauschen möchte. Ein gemeinsames Kontaktformular führt dazu, dass Bewerbungen zwischen Angebotsanfragen untergehen oder Kundendaten bei Personen landen, die sie nicht brauchen. Bei handwerkweb sind Projektanfrage und Kurzbewerbung deshalb getrennte Formulare. Beide gehen an die hinterlegte E-Mail-Adresse, Bewerbungen aber mit eigener Betreffzeile, die mit „Bewerbung:“ beginnt. So lassen sie sich im Postfach getrennt ablegen. Wie eine gute Projektanfrage aussieht, beschreibt der Artikel zum Webdesign für Handwerker.
Checkliste: Karriereseite vor dem Start
- Jede offene Stelle hat eine eigene Seite mit Aufgaben, Arbeitsort, Arbeitszeit und Ansprechpartner
- Stellentitel mit „(m/w/d)“, Anforderungen aus der Tätigkeit abgeleitet
- Ausbildungsberufe mit offizieller Bezeichnung und Ausbildungsbeginn
- Kurzbewerbung ohne Pflicht-Lebenslauf getestet, auch auf dem Smartphone
- Zuständige Person für Bewerbungen und eigenes Postfach festgelegt
- Datenschutzerklärung und Aufbewahrungsfrist mit der Datenschutzberatung geklärt
- Verfahren festgelegt, wie besetzte Stellen sofort deaktiviert werden
- Bewerbungen und Kundenanfragen laufen getrennt
Wer Bewerber über Google gewinnen will, profitiert auch von einem gepflegten Unternehmensprofil. Mehr dazu in den Artikeln zu Local SEO für Handwerker und zu Google-Bewertungen.
Nächster Schritt: Handwerker-Website mit Karriereseite und Konditionen ansehen oder den Umfang eines individuellen Projekts besprechen.