Der ultimative Guide: Selbstständig als Cutter/in werden

Cutter

Selbstständig als Cutter/in zu werden und damit deine Brötchen zu verdienen, erfordert eine Strategie und ein klares Verständnis. In dieser Anleitung führe ich dich durch die Schritte, die erforderlich sind, um eine erfolgreiche Karriere als Cutter/in aufzubauen. Von der Entwicklung deiner Fähigkeiten bis hin zur Selbstvermarktung und dem Aufbau eines beeindruckenden Portfolios werde ich dir zeigen, was nötig ist, um deine Ziele zu erreichen.

Willkommen zu unserem Leitfaden für angehende Cutterinnen und Cutter. Hier erfährst du, wie du dich in dieser faszinierenden und wettbewerbsintensiven Branche behaupten kannst.

Was du brauchst, um Cutter/in zu werden

Hier eine grundlegende Liste für Voraussetzungen:

  1. Kenntnisse in Schnittsoftware: Lerne den Umgang mit professionellen Schnittprogrammen wie Adobe Premiere Pro, Final Cut Pro oder DaVinci Resolve. Such dir eine Software aus, die du nutzt, und lerne, diese zu perfektionieren.
  2. Kreatives Denken: Entwickle ein Verständnis für Erzählstrukturen und visuelle Ästhetik, um eine Geschichte effektiv zu vermitteln. Tipp: Inspiriere dich auf YouTube (durch Videos)
  3. Gute Ausrüstung: Investiere in einen leistungsstarken Computer, hochwertige Monitore und eine zuverlässige Internetverbindung. Dazu später mehr.
  4. Portfolio: Ein Portfolio zeigt deine bisherige Arbeit. Baue ein Portfolio mit deinen besten Arbeiten auf, um potenziellen Kunden oder Arbeitgebern dein Können zu zeigen.
  5. Networking-Fähigkeiten: Kontakte sind sehr wichtig. Knüpfe Kontakte in der Branche, um Aufträge zu bekommen und von anderen Fachleuten zu lernen.
  6. Selbstvermarktung: Erstelle eine Website oder einen Social-Media-Auftritt, um deine Dienste zu bewerben und neue Kunden zu gewinnen. Hierzu später mehr.
  7. Kontinuierliche Weiterbildung: Halte dich über neue Technologien und Trends in der Schnittbearbeitung auf dem Laufenden und verbessere ständig deine Fähigkeiten.

Auswahl der richtigen Ausrüstung / Software

In diesem Abschnitt erkläre ich, welche Software (+ Ausrüstung) du benötigst, um deine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Die richtige Videoschnitt-Software

Es gibt viele Videobearbeitungsprogramme. Ich zeige dir die drei meistgenutzten – und damit die größten in der Branche. Welche du dann davon nutzt, liegt natürlich ganz bei dir. Ich selbst nutze Davinci Resolve.

Adobe Premiere Pro

Adobe Premiere Pro: Ein äußerst vielseitiges und leistungsstarkes Schnittprogramm, das von professionellen Editoren auf der ganzen Welt genutzt wird. Es bietet eine breite Palette von Funktionen für Video- und Audiobearbeitung sowie Integration mit anderen Adobe-Produkten wie After Effects und Photoshop.


Davinci Resolve

DaVinci Resolve: Eine umfassende Lösung, die nicht nur Videobearbeitung, sondern auch Farbkorrektur, Audio-Postproduktion und visuelle Effekte umfasst. DaVinci Resolve bietet eine kostenlose Version mit eingeschränkten Funktionen sowie eine kostenpflichtige Studio-Version mit erweiterten Features.


Final Cut Pro

Final Cut Pro: Exklusiv für Mac, ist Final Cut Pro bekannt für seine Benutzerfreundlichkeit und Effizienz. Es bietet ähnliche Funktionen wie Premiere Pro und wird häufig von professionellen Videobearbeitern verwendet, die mit Apple-Produkten arbeiten. Funktioniert nur für Mac.


Es gibt natürlich noch viele weitere Programme (z.B. Vegas Pro) – Jede Softwarelösung hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt oft von persönlichen Vorlieben, Workflow-Anforderungen und Budget ab. Welche die richtige Software für dich ist, findest du selbst heraus.

Achtung: Die Wahl der Software findet meist einmalig statt. Bedenke es also, denn später dich auf eine neue Software einzulassen erfordert viel Zeit, da du dich stark umgewöhnen musst. Ich kenne das auch, da ich Musik mache und meine Software auch schon mal versucht habe, gegen eine andere zu ersetzen).

Ausrüstung, die du brauchst

Videoschnitt-Ausrüstung
  • Computer: Ein leistungsstarker Rechner ist unerlässlich für die reibungslose Bearbeitung von Videos. Dein Computer muss über ausreichend RAM, eine leistungsfähige Grafikkarte und genügend Speicherplatz besitzen, um mit großen Videodateien effizient zu arbeiten.
    Achtung: Hier ist es sehr wichtig, zu wählen, ob du auf Mac oder Windows arbeiten möchtest. Final Cut Pro funktioniert nur auf Mac.
  • Monitore: Hochauflösende Monitore mit genauer Farbwiedergabe sind wichtig, damit deine Videos korrekt dargestellt werden. Kalibrierte Monitore sind besonders wichtig, wenn du Colorgrading durchführst. Hierzu gehe ich allerdings nicht näher drauf ein, da ich mich nicht damit auskenne.
  • Externe Festplatten: Verwende externe Festplatten für die Sicherung und Speicherung von Videodateien, um Speicherplatz auf deinem Hauptcomputer freizugeben und die Sicherheit deiner Daten zu gewährleisten. Gute und schnelle Festplatten sind sehr wichtig, schau auch immer dass du ein Backup-System nutzt. Es wäre ärgerlich, wenn dir deine Festplatte irgendwann abraucht.

Die Auswahl der Ausrüstung sollte auf deinen individuellen Bedürfnissen, deinem Budget und den Anforderungen deiner Projekte basieren. Es ist extrem wichtig, sowohl in hochwertige Software als auch in zuverlässige Hardware zu investieren, um effizient und professionell arbeiten zu können.

Aufbau deines Portfolios

Ein psysisches Portfolio in Form eines Ordners
Ein psysisches Portfolio in Form eines Ordners. Hier von einem Graffiti-Sprayer

Jetzt erkläre ich dir, wie du ein Portfolio aufbaust. Aber erstmal definiere ich das Wort:

Was ist ein Portfolio? Ein Portfolio ist eine Zusammenstellung von Arbeiten oder Projekten, die eine Person erstellt hat, um ihre Fähigkeiten, Erfahrungen und Leistungen zu präsentieren. In der Regel besteht ein Portfolio aus einer Auswahl von Beispielen oder Arbeitsproben, die die Bandbreite und Qualität der Arbeit einer Person zeigen sollen. Ein Portfolio brauchst du, um potenziellen Kunden, Arbeitgebern oder Auftraggebern einen Einblick in deine Fähigkeiten und Stilrichtungen zu geben.

Kurz gesagt: Du brauchst ein Portfolio, damit die Kunden sehen, was du ablieferst. Viele könnten ja behaupten, sie seien Cutter/in (heutzutage kann das ja fast jeder mit dem Smartphone) … Aber die Perfektion ist die Kunst. Mit einem Portfolio zeigst du, was du drauf hast, und überzeugst den Kunden, dich zu buchen.

Ich erkläre dir nun, wie du ein Online-Portfolio aufbaust.

Darum ein Online-Portfolio: Es ist überall verfügbar, du musst nur den Link versenden (oder QR Code drucken) und die Leute können dich ganz einfach finden und Arbeitsproben sichten.

Schritt 1: Auswahl der Plattform

Wähle eine Plattform für dein Online-Portfolio. Es gibt verschiedene Optionen wie Website-Builder, Portfolio-Hosting-Sites oder sogar Social-Media-Plattformen. Beliebte Optionen sind WordPress, Squarespace, Wix, Behance und Adobe Portfolio. Du kannst deine Videos auch einfach auf einen separaten YouTube Kanal laden.

Schritt 2: Auswahl der Inhalte

Wähle die Videos aus, die du in dein Portfolio aufnehmen möchtest. Achte darauf, nur deine besten Arbeiten zu präsentieren und eine vielfältige Auswahl zu bieten, um die Bandbreite deiner Fähigkeiten zu zeigen.

Schritt 3: Gestaltung und Layout

Entwerfe ein ansprechendes und benutzerfreundliches Layout für dein Portfolio. Wähle ein sauberes und professionelles Design, das deine Arbeiten optimal präsentiert. Achte auf eine einfache Navigation und eine übersichtliche Struktur, damit Besucher leicht durch dein Portfolio navigieren können.

Schritt 4: Integration von Multimedia-Inhalten

Integriere multimediale Inhalte wie Videos, Bilder, Audio-Dateien oder interaktive Präsentationen, um deine Arbeiten lebendiger und ansprechender zu gestalten. Achte darauf, dass die Medien in hoher Qualität präsentiert werden und dass sie auf verschiedenen Geräten gut funktionieren.

Schritt 5: Beschreibungen und Kontaktdaten hinzufügen

Füge zu jedem Projekt oder jeder Arbeitsprobe aussagekräftige Beschreibungen hinzu, die den Kontext, deine Rolle und die verwendeten Techniken oder Tools erklären. Stelle sicher, dass deine Kontaktdaten gut sichtbar sind, damit potenzielle Kunden oder Arbeitgeber dich einfach erreichen können.

Klingt alles komplizierter (und aufwendiger) als es ist. Kurz zusammengefasst:

  1. Auswahl der Plattform:
    • Wähle eine geeignete Plattform wie WordPress, Squarespace, Wix, Behance oder Adobe Portfolio für dein Online-Portfolio. Alternativ kannst du auch einen separaten YouTube-Kanal für deine Videos erstellen.
  2. Auswahl der Inhalte:
    • Wähle sorgfältig deine besten Videos aus, um sie in dein Portfolio aufzunehmen. Stelle sicher, dass die Auswahl eine breite Palette deiner Fähigkeiten und Stilrichtungen zeigt.
  3. Gestaltung und Layout:
    • Entwerfe ein ansprechendes und benutzerfreundliches Layout für dein Portfolio. Achte auf eine klare Struktur und eine einfache Navigation, damit Besucher leicht durch deine Arbeitsproben navigieren können.
  4. Integration von Multimedia-Inhalten:
    • Integriere Videos, Bilder und andere multimediale Inhalte, um deine Arbeiten lebendiger und ansprechender zu gestalten. Stelle sicher, dass die Medien in hoher Qualität präsentiert werden und auf verschiedenen Geräten gut funktionieren.
  5. Beschreibungen und Kontaktdaten:
    • Füge zu jedem Video aussagekräftige Beschreibungen hinzu, die den Kontext, deine Rolle und die verwendeten Techniken erklären. Stelle sicher, dass deine Kontaktdaten gut sichtbar sind, damit potenzielle Kunden dich einfach erreichen können.

Networking und Selbstvermarktung

Darum wichtig: In einer Branche sollte man gute Kontakte pflegen. Und wenn man diese noch nicht hat, dann sollte man sich diese Kontakte aufbauen. Denn durch diese steigerst du deinen Branchenwert und wirst bekannt. Du erhältst also Aufträge.

Ich erkläre dir in einem kurzen Text, wie du Kontakte knüpfst und dich selbst vermarkten kannst:

  1. Networking aufbauen:
    • Besuche Branchenveranstaltungen, Networking-Events und Konferenzen, um andere Fachleute der Branche kennenzulernen. Wenn bekannte YouTuber ein Event veranstalten, geh hin.
    • Nutze Online-Plattformen wie LinkedIn, um mit anderen Cutter/innen, Filmemachern und potenziellen Kunden in Kontakt zu treten.
    • Sei aktiv in Fachgruppen oder Foren, um dein Netzwerk zu erweitern und von anderen zu lernen. Interagiere mit Leuten – das ist sehr, sehr wichtig.
  2. Selbstvermarktung:
    • Erstelle eine professionelle Website oder Social-Media-Profile, um deine Dienste zu präsentieren und Arbeitsproben zu teilen. Instagram, TikTok und deine eigene Website.
    • Sei aktiv auf Social Media, indem du regelmäßig Inhalte teilst, an Diskussionen teilnimmst und deine Expertise demonstrierst. Zeig, was du drauf hast. Erkläre es den Leuten.
    • Nutze persönliche Empfehlungen und Kundenbewertungen, um das Vertrauen potenzieller Kunden zu gewinnen und deine Glaubwürdigkeit zu stärken.

Praktische Erfahrungen – Loslegen

Praktische Erfahrungen sind entscheidend für angehende Cutterinnen und Cutter, um ihr Können zu verbessern und sich in der Branche zu etablieren.

  1. Praktika: Suche nach Praktikumsplätzen in Filmstudios, Produktionsfirmen oder Postproduktionshäusern, um Einblicke in die professionelle Arbeitsweise zu erhalten und praktische Erfahrungen zu sammeln.
  2. Freiwilligenarbeit: Biete deine Dienste kostenlos für gemeinnützige Organisationen, Studentenprojekte oder lokale Filmteams an, um praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig etwas Gutes zu tun.
  3. Freiberufliche Aufträge: Akzeptiere unbezahlte oder niedrig bezahlte Aufträge auf Plattformen wie Fiverr, Upwork oder Freelancer, um deine Fähigkeiten zu üben, dein Portfolio aufzubauen und erste Referenzen zu sammeln.
  4. Eigenprojekte: Starte eigene Filmprojekte oder Videoprojekte, um deine Fähigkeiten als Cutter/in zu verbessern und kreative Ideen umzusetzen. Dies kann auch eine großartige Möglichkeit sein, deine Arbeitsweise und deinen Stil zu entwickeln.
  5. Praxis mit persönlichen Projekten: Bearbeite Videos für Freunde, Familie oder lokale Unternehmen, um praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig dein Portfolio zu erweitern.

Natürlich ist es frustrierend, wenn du viel Zeit und Mühe investierst und dafür kein oder nur wenig Geld bekommst. Aber gerade zu Beginn deiner Karriere ist das oft unvermeidlich. Es ist in Ordnung, zunächst unbezahlte oder niedrig bezahlte Aufträge anzunehmen, um Erfahrungen zu sammeln und dein Portfolio aufzubauen. Dennoch ist es wichtig, darauf zu achten, dass du dich nicht langfristig unter Wert verkaufst.

Diese frühen Erfahrungen sind wertvoll, um deine Fähigkeiten zu verbessern und dich in der Branche zu etablieren. Aber denke daran, dass du deine Zeit und dein Können schätzen solltest. Setze klare Grenzen und strebe nach Aufträgen, die deinen Wert angemessen honorieren. Mit der Zeit und zunehmender Erfahrung wirst du in der Lage sein, deine Preise entsprechend anzupassen und dich auf lukrativere Projekte zu konzentrieren. Du kannst zum Beispiel mit Fiverr starten, Aufträge anzunehmen:

Fiverr Screenshot

Fiverr ist ein Marktplatz für Freelancer, wie du es werden willst. Dort kannst du Aufträge bekommen.

Wichtig: Bleib dran und arbeite, arbeite, arbeite.

In der Kontinuität liegt die Kraft. Das heißt: Mach immer weiter!

Um eine erfolgreiche Karriere als Cutter/in aufzubauen, ist Ausdauer und Beharrlichkeit extrem wichtig. Es ist superwichtig, kontinuierlich an deinen Fähigkeiten zu arbeiten, neue Techniken zu erlernen und dein Portfolio zu erweitern. Sei bereit, Herausforderungen anzunehmen und aus Fehlern zu lernen, denn jeder Auftrag bietet die Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

In Bezug auf die Karrierewege stehen Cutterinnen und Cuttern verschiedene Möglichkeiten offen:

  1. Freiberufliches Arbeiten: Als Freiberufler/in hast du die Freiheit, deine eigenen Projekte auszuwählen und deine Arbeitszeiten selbst zu bestimmen. Dies erfordert jedoch auch ein hohes Maß an Selbstmanagement und die Fähigkeit, sich selbst zu vermarkten.
  2. Anstellung in Studios oder Agenturen: Durch die Arbeit in einem Studio oder einer Agentur kannst du von einem stabilen Einkommen, Ressourcen und Unterstützung durch erfahrene Kollegen profitieren. Dies kann eine gute Option sein, um Erfahrungen zu sammeln und sich in der Branche zu etablieren.
  3. Gründung eines eigenen Studios: Wenn du unternehmerisch veranlagt bist, kannst du ein eigenes Studio gründen und deine eigenen Projekte realisieren. Dies erfordert jedoch neben fachlichen Kenntnissen auch Geschäftssinn und Managementfähigkeiten.

Für eine langfristige Karriereplanung empfehle ich:

  • Spezialisierung auf bestimmte Genres: Finde heraus, welche Art von Videoschnitt dir am meisten liegt und spezialisiere dich darauf. Ob Spielfilme, Dokumentationen, Werbespots oder Musikvideos – eine Spezialisierung kann deine Marktposition stärken und dich von der Konkurrenz abheben.
  • Eingehen von Partnerschaften: Suche nach Möglichkeiten, mit anderen Fachleuten der Branche zusammenzuarbeiten, sei es mit Regisseuren, Produzenten, Kameraleuten oder Tontechnikern. Partnerschaften können neue berufliche Chancen eröffnen und dazu beitragen, dein Netzwerk zu erweitern.

Hat dir die Anleitung geholfen? Falls ja, lass ein Like und Kommentar da.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_DEDeutsch
Nach oben scrollen